Gas als Energiequelle
Gas wird in Deutschland im industriellen Bereich von so genannten GuD-Kraftwerken zur Stromerzeugung verwendet. GuD steht für Gas- und Dampfturbinen. Im privaten Bereich wird Gas bei Brennstoffzellen und Blockheizkraftwerken als Energiequelle genutzt, die Ein- und Mehrfamilienhäuser mit Strom und Wärme versorgen. Eine private Gasheizung funktioniert ohne Vorratsbehälter oder Tank, ist kompakt und damit dank ihrer platzsparenden Eigenschaften für kleinere Wohnungen optimal. Außerdem bietet es eine gewisse Sicherheit, da Erdgas leichter als Luft ist, kann es sich nicht in Vertiefungen ansammeln und ist dazu relativ zündsicher gegenüber Benzin oder Heizöl.
Erdgas hat eine Zündtemperatur von 600 Grad Celsius.
Den Weg zum Verbraucher findet das Erdgas über ein dichtes Rohleitungsnetz, das sich durch ganz Europa zieht. Momentan sind weitere große Pipelines von den Förderquellen nach Europa geplant, zu nennen sind die geplante Nabucco- und die North Stream-Gaspipeline, die die Gasversorgung Europas im Allgemeinen und Deutschland im Besonderen langfristig absichern sollen. Neben der Durchleitung durch die Rohrleitungen wird Erdgas auch in verflüssigtem Zustand per Schiff transportiert. Diese Art des Transports ist allerdings sehr aufwändig, denn zur Verflüssigung und Kühlung muss viel Energie aufgebracht werden.
Gas als Energiequelle hat den ökologischen Vorteil gegenüber der anderen oft verwendeten fossilen Energiequelle Kohle, dass es sauberer verbrennt und eine höhere Energieausbeute bei dem Erzeugungsprozess gewährleistet. Allerdings beinhaltet die Verwendung von Erdgas als Energiequelle den Nachteil, dass seine Ressourcen begrenzt sind. Außerdem führt die Förderung, der Transport und die Weiterverarbeitung von Erdgas dazu, dass das Treibhausgas Methan freigesetzt wird. Methan ist der Hauptbestandteil von Erdgas.
Obwohl Erdgas eine fossile Energiequelle ist, die deshalb irgendwann erschöpft sein wird, sieht die Versorgungslage aber relativ stabil aus: Die aktuell bekannten Erdgas-Vorkommen reichen noch siebzig Jahre und es wird davon ausgegangen, dass noch mehr Erdgas-Vorkommen erschlossen werden können, so dass für die nächsten 130 Jahre keine Probleme mit der Erdgasversorgung aufkommen sollten. Außerdem besteht auch Biogas aus Methan, das damit auch zur Energieerzeugung genutzt werden könnte. Auch in den Tiefen der Meere befinden sich offenbar Methanquellen, die bislang hinsichtlich der Förderung noch nicht weiter erforscht worden sind.